Geschichte des FAHO-Netzwerks

Als das Faho-Wohnheim 1963 gebaut wurde, dachte noch niemand daran, dass es einmal ein "Internet" geben würde. 1994 gab es dann die Idee, das Wohnheim ans Internet anzubinden. Trotz der Sanierung 2005, bei der die interne Netzwerk-Infrastruktur des Wohnheimes komplett entfernt und durch eine neue ersetzt wurde, ist das Faho immer noch über die Glasfaserleitung ans Rechenzentrum (und damit ans Internet) angeschlossen, die Mitte der 90er verlegt wurde. Die Änderungen in der Netzwerk-Infrastruktur des Faho ist nun fest im Gebäudeunterputz verlegt - im Gegensatz zu der früheren nachträglich in Kabelschächten verlegten. Und auch im Serverraum hat sich einiges verändert.

1. Phase: Planung und Vorbereitung

Im November 1994 hatten zwei E-Technik-Studenten die Idee im FAHO-Wohnheim ein Datennetzwerk zu installieren und für eine Anbindung an das Hochschulnetz der RWTH-Aachen und das Internets zu sorgen. Angespornt durch das Pilotprojekt "KAWONET", welches das Kastanienwohnheim mittels einer Telefon-Standleitung an das Hochschulwissenschaftsnetz und an das weltweite Internet angeschlossen hatte, wurde mit Unterstützung des Rechenzentrums der RWTH-Aachen ein Konzept für das FAHO-Wohnheim ausgearbeitet. Dieses Konzept sieht ein internes Netzwerk mit einem Anschluß in jedem Zimmer das Wohnheims, File-, Printer- und Fax-Service für jeden Bewohner und eine Anbindung an das Hochschulnetz vor. Diese Verbindung "nach draußen" ist als Glasfaserkabel ausgeführt und deshalb für zukünftige Übertragungsverfahren (z.B. ATM) vorbereitet.

So wurde als erstes ein Schreiben, in dem um materielle und finanzielle Unterstützung gebeten wurde, an über 140 Unternehmen aus allen Bereichen der Industrie geschickt. Den Firmen konnte aufgrund der besonderen Situation des FAHO-Heims, dessen Träger ein eigentragener gemeinnütziger Verein ist, eine steuerwirksame Spendenquittung über den Wert ihrer Spende ausgestellt werden. Überrascht von der großen Unterstützung einiger Firmen ging es dann los.

2. Phase: Aufbau des hausinternen Netzwerks

Zuerst wurden in Eigenregie der Studenten auf allen 6 Fluren Kabelkanäle angebracht und ein 19 Zoll Schaltschrank installiert, in dem jeweils ein Patchfeld und ein 16-Port Hub untergebracht sind. Danach wurde sternförmig vom Schaltschrank aus Twist-Pair-Kabel auf jedes Zimmer verlegt und mit einer Anschlußdose versehen. So befand sich jetzt in jedem Zimmer eine Anschlußmöglichkeit ans FAHONET.

Der Hub im Schaltschrank verteilte die Daten auf die 15 Zimmer eines jeden Flures und zum Server. Das Kabel zum Serverraum, der sich im Keller befindet, wurde durch einen ehemaligen Müllschacht nach unten geführt.

Im Serverraum stand zu diesem Zeitpunkt nur ein 16er Hub und ein Server, der an einer unterbrechungsfreien Stromversorgung angeschlossen war. Der Server bestand aus einem 486er mit 33 MHz, 32MB RAM, einen HP-Dat-Streamer (4 Gigabyte) und einer 1 GigaByte Festplatte. Als Betriebssystem war eine 100er Lizenz von NOVELL NETWARE 4.1 installiert. Außerdem hat uns die Firma Novell noch mit NOVELL CONNECT, NOVELL Web-Server und PERFECT OFFICE unterstützt. Dann wurden noch 3Com Netzwerkkarten angeschafft, die jeder Bewohner gegen eine Kaution entleihen konnte. Damit stand unser hausinternes Netz.

3. Phase: Anbindung an das Rechenzentrum

Im November 1995 begannen dann die Arbeiten zur Verlegung des Glasfaserkabels. Das 12 faserige Glasfaserkabel (3000m) erhielten wir vom Kabelwerk RHENANIA in Aachen. Das Kabel ist zum großem Teil durch Leerrohre der RWTH-Aachen verlegt worden. Diese Leerrohre reichen vom Rechenzentrum am Bauingenieurgebäude vorbei bis fast in die Nähe des Hauses 4 des Studentendorfes.

Dort tritt das Kabel aus der Hochschultrasse aus und verläuft durch neu verlegte Rohre zum Haus F des Dorfes. Von dort läuft es durch Versorgungsschächte zum Haus 3. Dann läuft das Kabel wieder durch frisch verlegte Leerrohre zum FAHO-Heim.

Zur Verlegung des Glasfaserkabels musste die Hochschultrasse an einigen Stellen aufgegraben werden, damit der Telekom-Einziehtrupp das Kabel durch die Leerrohre durchziehen konnte. Die Verlegung des Glasfaserkabels wurde im Auftrag und auf Rechnung des Rechenzentrums vorgenommen, das auch gleichzeitig weitere, ebenfalls vom Kabelwerk RHENANIA gespendet Glasfaserkabel bis zum Hochfrequenz-Institut verlegte.

Für die Verlegung des Glasfaserkabels in den Versorgungsschächten des Studentendorf haben Studenten aus dem Demag-Kolleg, dem FAHO-Heim und dem Studentendorf Kabelkanäle verlegt. Die Schächte waren sehr warm, beengt und sehr staubig, so das die Studenten Staubmasken getragen haben. Die letzten 10m zum Haus 3 waren aber so eng, dass man nur ein Leerrohr hindurchschieben konnten. Einige Tage später konnte dann das Glasfaserkabel durch die Kabelkanäle gezogen werden.

Im Februar wurden dann die Glasfaserstecker an das Kabel angebracht. Über einen 12-Port Glasfaser-Switch, wurden das FAHO (3 Ports), das Demag-Kolleg (3 Ports) und das Dorf (5 Ports) an das Rechenzentrum angeschlossen. Am 18. März 1996 war es dann endlich soweit: Das FAHO-Heim wurde über einen Router im Rechenzentrum ans Hochschulnetz und darüber auch ans Internet angeschlossen.

Während dieser Zeit wurde ein zweiter Server gekauft: Pentium 100 Mhz mit 64MB Speicher, 4 Gigabyte Festplatte und 4 CD-ROM Laufwerken. Dieser wurde der NOVELL-Server, auf dem jeder Benutzer Plattenkapazitäten zur Verfügung gestellt bekam. In den CD-ROM-Laufwerken waren Nachschlagewerke zur allgemeinen Benutzung installiert. Auf dem älteren Server wurde Linux installiert. Er wurde primär zum E-Mail-Versand und als www-Server verwendet.

Mit Anschluß des Glasfaser- und Ethernet-Switches wurde auch die Netztopologie im FAHO-Heim geändert: Das FAHONET wurde in drei Segmente aufgeteilt - eines für die Server und je eines für den Nord- und den Südflügel.

Als letzte große Spende bekam das FAHO von Hewlett Packard einen HP-Laserjet 4MV geschenkt. (600dpi, 12 Seiten pro Minute, bis DIN A3, integrierte Netzwerkkarte, Postscript) Auf diesem Drucker konnte jeder Bewohnernutzer zum Selbstkostenpreis z.B. Studien- und Diplomarbeiten drucken.

Am 15.Mai 1996 fand die große Einweihungsfeier statt, zu der Sponsoren, Presse und Vertreter der Hochschule eingeladen waren. Prof. Rake (stellv. Rektor) und Prof. Pfeifer (Heimleiter) hielten eine Ansprache. Danach folgte eine kleine Vorführung, was unser FAHONET leisten kann. So wurden unsere WWW-Seiten, Sprachübermittlung (Telefonieren im Internet), Einwählen in eine Mailbox mit Novell-Connect und noch einiges mehr vorgestellt.

Seit der Eröffnung läuft das FAHONET störungsfrei und wird von allen Studenten rege genutzt.

An dieser Stelle möchten sich die Bewohner des FAHO-Heims bei allen Sponsoren und Ratgebern für die große Unterstützung nochmals sehr herzlich bedanken.

Betriebsphase

Zum Jahresanfang 1999 wurde das FAHO-Heim an das Studentenwerk verkauft. Um das Fortbestehen des Netzwerkes im FAHO-Heim zu sichern, ist der Verein StudiCom e.V. gegründet worden.

Vom Studentenwerk haben wir einen neuen Server (Dual-Pentium 350MHz mit 3*9GB Platten, 2*4Gb Platten, 256MB RAM) spendiert bekommen, der unter Linux (RedHat 6.1) läuft. Die Firma ICP vortex Computersysteme GmbH hat uns eine Raid Controller geschenkt, der in unserem Server läuft. Dieser ist derzeit unser einziger Server, der www-Seiten, gesicherte Plattenlaufwerke, Mail und FTP zur Verfügung stellt.